Pseudokatalase ein Wundermittel gegen graue Haare?

grauhaarige Frau entspannt auf der Terrasse

Was kann man gegen silbrige Haare alles tun?

Wird es in Zukunft möglich sein, zu verhindern, dass wir mit zunehmendem Alter ergrauen? Nicht durch Färben, Tönen oder Ausreißen der grauen Haare, sondern durch Stoffe wie Pseudokatalase? Geforscht wird an solchen Mitteln jedenfalls mit Hochdruck, denn außer Falten auf der Haut zeigt nichts unser Älterwerden so erbarmungslos an wie der Verlust unserer natürlichen Haarfarbe. Graue Haare mag man im Alter mit einen flotten Haarschnitt zusammen vielleicht akzeptieren. Aber was macht man, wenn man schon mit dreizig ergraut?

Warum wir überhaupt graue Haare bekommen?

Lange Zeit hat man gerätselt, wie es kommt, dass unsere Haare ihre Farbe verlieren und grau oder weiß werden. Das Phänomen des Ergrauens ist dabei ja nicht auf uns Menschen beschränkt, denn auch Tiere bekommen helles Fell – man denke nur an die „Silberrücken“ bei den Menschenaffen.

Mittlerweile sind die Mechanismen, die für das Grauwerden verantwortlich sind, aber sehr gut bekannt:

Je älter wir werden, desto mehr Wasserstoffperoxid verbleibt im Körper. Wasserstoffperoxid, das ein Nebenprodukt des Stoffwechsels ist, kann verhindern, dass Melanin gebildet wird. Melanin aber ist bekanntlich der Stoff, der für Färbung der Haut und der Haare verantwortlich ist.

In jungen Jahren sorgt das Enzym Katalase dafür, dass Wasserstoffperoxid immer wieder abgebaut wird und somit die Melaninproduktion ungestört vonstattengehen kann. Bei älteren Menschen aber wird immer weniger Katalase in den Zellen gebildet, was dazu führt, dass das Wasserstoffperoxid nicht mehr genügend abgebaut wird und nun das für die Bildung von Farbstoffen wichtige Enzym Tyrosinase angreifen kann. Funktioniert dieses Enzym, das im Alter vom Körper immer weniger produziert wird, aber nicht mehr, wird auch kein Melanin mehr gebildet. Wir bekommen graue Haare.

Anstelle des Melanins lagern sich in den Haaren nun immer mehr Luftbläschen ab. Diese Luftbläschen haben für unser Auge eine weiße Farbe. Dass uns die Haare aber nicht als weiß, sondern als grau erscheinen, liegt an dieser Mischung aus pigmentierten und unpigmentierten Haaren.

Katalase als die Wunderwaffe?

Von der Erkenntnis, welche entscheidende Rolle das Enzym Katalase beim Ergrauen der Haare spielt bis zur Idee, mithilfe der Katalase das Grauwerden von vornherein zu verhindern, war nur ein kurzer Weg. Aber so einfach ist es leider nicht.

Die Forscher sind auf der Suche nach einer Substanz, die entweder von außen oder von innen zum Haarfollikel vordringt und verhindert, dass die Haare in Weiß wachsen. Vielmehr soll dieses Substanz dafür sorgen, dass Haare in ihrer natürlichen Farbe nachwachsen. Diese Substanz glaubte man im Jahr 2013 mit der „Pseudokatalase“ gefunden zu haben, also einem Ersatz für das Enzym Katalase. Einen großen Haken hat die Sache aber: Pseudokatalase wird durch Mangan aktiviert. Wer aber keinen Mangel an diesem Schwermetall hat, für den kann jede zusätzliche Dosis Mangan giftig sein! Pseudokatalase zu rein kosmetischen Zwecken zu gebrauchen stellt daher ein Risiko dar, das die Kosmetikindustrie nicht ohne Weiteres eingehen wird.

Außerdem wurde Pseudokatalase nur zur Behandlung der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) entwickelt und nicht, um das Grauwerden der Haare zu verhindern. Kosmetikforscher warnen denn auch davor, einen Wirkstoff, der für die Haut entwickelt wurde, für die Haare zu verwenden, da die jeweiligen Prozesse, die dort ablaufen, unterschiedlich seien.

Keine grauen Haare zu bekommen ist noch Zukunftsmusik

Wir werden uns wohl noch ein Weilchen gedulden müssen, bis die Wissenschaftler einen Ersatz für das Enzym Katalase gefunden haben, das keine unerwünschten Nebenwirkungen hat und bedenkenlos im kosmetischen Bereich angewendet werden kann.

Bis dahin müssen wir uns wohl oder übel mit Färben und Tönen behelfen oder aber mutig zu unseren „Silbersträhnen“ stehen und sie mit Stolz tragen.

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