Galvanische Therapie
Therapie mit galvanischem Strom
Es handelt sich hierbei um eine Elektro-Therapie, wobei konstanter Gleichstrom mit gleich bleibender Intensität durch den Körper oder einzelne Körperteile geleitet wird.
Positiv geladene Teilchen bewegen sich zum Minuspol, negativ geladene Teilchen wandern zum Pluspol und rufen dort entsprechende Reaktionen hervor, darauf beruht die Wirkung der Therapie.
Voraussetzung bei der Therapie ist, dass der Strom keine Schwingungen (Frequenzen) haben darf, diese würden dazu führen, dass die Zellen ihre Eigenschwingungen verlieren und erkranken.
Die Wirkung der Therapie zeigt sich in Form von hellroten Hautverfärbungen unter den Elektroden.
Der italienische Forscher und Erfinder der Batterie, Luigi Calvani, beschrieb bereits 1791 in seinem Buch "Über Kräfte der Elektrizität" seine Entdeckung.
In der Folgezeit wurde weiter daran geforscht, auch der bekannte Arzt Doktor Sauerbruch nutzte die antiseptische Wirkung des galvanischen Stromes, um nach seinen Operationen Infektionen zu vermeiden.
Bis zirka 1950 war die Anwendung weit verbreitet, viele Ärzte und Heilpraktiker veröffentlichten ihre Erfahrungen in Büchern und Zeitschriften.
Nachdem die Methode etwas in Vergessenheit geriet, erlebt sie heute einen neuen Aufschwung, da immer mehr Menschen nach unbedenklichen Alternativen suchen auf natürlichem Wege ihre Selbstheilungskräfte zu fördern.
Man kann den galvanischen Strom verschieden anwenden, so mittels Plattenelektroden, die Behandlung sollte ein bis drei mal pro Woche erfolgen, in einer Serie von zwölf Behandlungen am Körper. Als kleines Einhandgerät ist eine bequeme Behandlung der Gesichtshaut möglich. Unter die aufzubringenden Elektroden sollte immer eine zirka einen Zentimeter starke Unterlage, zum Beispiel aus Frottee angewendet werden, um die Haut zu schützen.
Eine weitere Methode ist die Iontophorese, mit Hilfe der Ionenverschiebung gelingt es hierbei Medikamente durch die Haut direkt und schmerzlos zur Anwendung zu bringen. Sie können tief eindringen und so besonders intensiv wirken, ohne den Magen zusätzlich zu belasten.
Bei akuten Beschwerden kann täglich behandelt werden, sonst drei mal pro Woche.
Des weiteren gibt es die Möglichkeit beim Zwei- und Vierzellenbad einzelne Körperpartien anzusprechen oder ein Stangerbad (Vollbad) zu verordnen, wobei auf allen Seiten der Wanne Elektroden angebracht sind, eine Behandlung, die außerordentlich schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirkt.
Messungen haben ergeben, das an erkrankten Nerven und Organen nur eine sehr geringe oder gar keine bioelektrische Aktivität mehr anzutreffen ist.
Hier setzt die Aufbauwirkung des galvanischen Stromes an und bewirkt in vielfältiger Weise Linderung und Heilung.
Durch die elektrolytische Funktion des Stromes wandern positiv und negativ geladene Schlacken und Giftstoffe zum jeweiligen Gegenpol und können schneller ausgeschieden werden.
Die Therapie bewirkt eine Normalisierung der Funktion des Nervensystems und baut Stauungen im Energiefluss des Körpers ab.
Die Durchblutung in der Haut und der Muskulatur an der Oberfläche wird bis zu 600 % gesteigert, selbst im tiefer liegenden Gewebe erreicht man noch eine Steigerung um 300%.
Konstanter Gleichstrom steigert die Funktionsfähigkeit der motorischen Nerven, die Resorptionsneigung wird erhöht, Hämatome können schneller zum Abklingen gebracht werden.
Bei leichteren Lähmungen wird die Bewegungsfähigkeit gesteigert und so die Bewältigung von Alltagssituationen erleichtert.
Galvanischer Strom fördert die Wundheilung und hilft Abwehrstoff bildende und entzündungshemmende Vorgänge anzuregen.
Bei so unterschiedlichen Leiden wie Verstopfung, Gürtelrose, Bandscheibenproblemen, Arthrose, Durchblutungsstörungen, Gefäßkrämpfen oder Erfrierungen sind erstaunliche Erfolge erzielt worden.
Nicht anwenden sollte man die Therapieform beim Vorhandensein metallischer Teile im Körper, bei bösartigen Tumoren, Blutungen oder Hautverletzungen.