Haarausfall und Ernährung
Ernährung fürs Haarwachstum
Haarausfall und Ernährung
Volles, glänzendes Haar gilt bei Mann und Frau als Zeichen der Attraktivität und Jugendlichkeit. Wenn das Haupthaar vor der Zeit lichter wird oder gar ganz ausfällt, spricht man von Haarausfall oder Alopezie. Lassen sich genetische, hormonelle oder krankheitsbedingte Ursachen ausschließen, dann lohnt es sich oft, die Ernährung genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn ein Mangel an Vitaminen und insbesondere Mineralstoffen kann einen gravierenden Einfluß auf das Haarwachstum ausüben.
Zwar sind Haare sogenannte Anhangsgebilde der Haut, deren sichtbarer Teil aus toten Keratinzellen besteht. Gebildet werden die Haare allerdings in der Haarwurzel, die in den bis tief in die Lederhaut reichenden Haarfollikel eingebettet ist. Die Zellen im Bildungsbereich der Haare sind stark teilungsaktiv. Kontinuierlich werden hier neue Keratinzellen gebildet und nach oben geschoben, um schließlich als sichtbares Haar an der Kopfoberfläche zu erscheinen. Diese rege Zellteilung bringt einen hohen Stoffwechselumsatz mit sich, der wiederum nur durch eine ausreichende und kontinuierliche Aufnahme von Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen über die Ernährung aufrecht erhalten werden kann.
Einseitige Diäten, aber auch übermäßiger Konsum von Fast Food, Essstörungen und schließlich der insbesondere bei Frauen häufig auftretende Eisenmangel machen sich daher schnell an Zustand und Wachstum der Haare bemerkbar.
Hier finden sie die wichtigsten Nährstoffe für die Haare.
Proteine
Protein (Eiweiß) ist die Grundsubstanz der Haare, die aus dem sogenannten Faserprotein Keratin aufgebaut sind. Proteine werden wiederum aus Aminosäuren gebildet. Ganze 20 verschiedene Aminosäuren sind an der Eiweißbildung im menschlichen Körper beteiligt. Insbesondere die Aminosäuren Cystein, Methionin und Tyrosin sind für Wachstum, Struktur und Pigmentierung des Haares von besonderer Bedeutung.
Eiweißreiche Lebensmittel: Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Soja, Kartoffeln, Hülsenfrüchte.
Mineralstoffe
Spurenelement Eisen
Das Spurenelement Eisen wird vor allem benötigt, um Sauerstoff ans Hämoglobin der roten Blutkörperchen zu binden und so die Sauerstoffversorgung aller Körperzellen zu gewährleisten. Eisenmangel macht sich oft durch trockene, brüchige Haare bemerkbar und gehört zu den häufigsten Auslösern des sogenannten diffusen Haarausfalles bei Frauen. Enthalten in: Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchten, Getreide.
Spurenelement Jod
Das Spurenelement Jod wird für die Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt. Die bei einem Mangel eintretende Funktionsstörung der Schilddrüse kann sich unter anderem auch in trockenem, glanzlosem und sprödem Haar bis zum Haarausfall äußern. Enthalten in: Fisch, Meerestieren, Algen.
Spurenelement Kupfer
Das Spurenelement Kupfer ist an verschiedenen enzymatischen Reaktionen beteiligt und wird für Stoffwechselvorgänge unter anderem in den Haarzellen benötigt. Ein Mangel kann zu besonders dünnem und kraftlosen Haar führen, sowie Pigmentierungsstörungen und Haarausfall verursachen. Enthalten in: Schokolade, Getreide, Leber, Nüssen.
Spurenelement Zink
Das Spurenelement Zink spielt für den Eiweiß-, Zucker- und Fettstoffwechsel eine entscheidende Rolle, ist Bestandteil verschiedener Enzyme und wird für Immunsystem und Zellwachstum benötigt. Nicht zuletzt ist es an der Bildung der Haarsubstanz Keratin beteiligt. Ein Mangel kann zu Entzündungen der Haarwurzel und zu (insbesondere kreisrundem) Haarausfall führen. Enthalten in: rotem Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten, Milchprodukten, Vollkornprodukten, Weizenkeimen.
Calcium
Das Mengenelement Calcium ist Bestandteil von Knochen und Zähnen, der Mineralstoff wird vom Organismus aber auch für verschiedene Stoffwechselvorgänge, die Enzym- und Hormonaktivierung und nicht zuletzt die Zellteilung benötigt. Calciummangel kann sich in brüchigen Haaren und Nägeln, im Extremfall als Haarausfall bemerkbar machen.
Magnesium
Das Mengenelement Magnesium ist an mehreren hundert Enzymreaktionen des Körpers beteiligt und wird für das Funktionieren der Muskel- und Nervenzellen benötigt. Magnesiummangel kann die Durchblutung und Versorgung der Haarwurzeln beeinträchtigen und damit ein vermindertes Haarwachstum bis zum Haarausfall verursachen.
Vitamine
Vitamine des B-Komplexes
Alle Vitamine des B-Komplexes haben für Aufbau und Wachstum des Haares eine große Bedeutung. Ein Mangel kann auch hier in sprödem Haar und Haarausfall resultieren. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem auch unter dem Namen Vitamin B7 oder Vitamin H bekannten Biotin zu. Es wird fürs Haarwachstum benötigt und sorgt für eine gesunde Schuppenschicht des Haarschaftes. In größeren Mengen kommt Biotin in Hefe, Leber, Eigelb, Soja und Nüssen vor.
Vitamin E
Vitamin E schließlich schützt in seiner Eigenschaft als Radikalfänger und Antioxidans den gesamten Organismus vor Entzündungen und frühzeitigen Alterungsprozessen und beugt damit auch Entzündungen der Kopfhaut vor, die zu Haarausfall führen können. Allgemein sorgt es für einen gesunden und kräftigen Haarwuchs. Enthalten in: Pflanzenölen, Nüssen, Samen, Avocado.