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Schimmelpilze

Zunehmende Ausbreitung von Schimmelpilzen als

Quelle erhöhter Gesundheitsrisiken.

Befallene Lebensmittel müssen weggeschmissen werden.

Die Erkenntnis der vergangenen Jahrzehnte über die immer knapper werdenden Energieressourcen der Erde haben das Bewusstsein der Menschen für energiesparsames Wohnen gestärkt. Doch die bautechnischen Errungenschaften wie das sogenannte „Passivhaus“ oder die zunehmend effiziente Abdichtung von Türen und Fenster haben auch ihre Kehrseite: Die Gesundheit der Menschen wird neuen Gefahren durch mikrobiologische Kontamination ausgeliefert.

Der rasante Anstieg der Schimmelpilzallergie in der Bevölkerung ist eine direkte Folge der veränderten Wohnverhältnisse. Unzureichend belüftete Innenräume bieten der Ausbreitung von Schimmelpilzen optimale Bedingungen. Schimmelpilzsporen keimen auf feuchten Oberflächen, bilden Pilzfäden und verzweigen sich schließlich zu widerstandsfähigen Geflechten. Dabei besteht die Gefahr, dass der Schimmelpilzbefall des Wohn- bzw. Arbeitsraums gar nicht bemerkt wird: Der Schimmel breitet sich häufig in schlecht zugänglichen oder versteckten Winkeln der Inneneinrichtung oder Wände aus.

Aktuell wird die Anzahl der Allergiker in Deutschland auf 30 Millionen Menschen geschätzt, von denen ca. 30% auch auf Schimmelpilze allergen reagieren. Außerdem können Schimmelpilze Vergiftungen und Infektionen des menschlichen Organismus verursachen. Ausschlag auf der Haut, Fieber, Asthma bronchiale sind nur einige der mittelbaren Gesundheitsschädigungen durch Schimmelpilze. Menschen mit einem instabilen Immunsystem, Kinder und ältere Menschen sind hierbei besonders gefährdet.

 

Die Erkrankung der Betroffenen erfolgt in der Regel entweder durch Inhalation der in der Luft vorhandenen Schimmelpilzsporen oder durch die Nahrungsaufnahme. Bei der Nahrungsaufnahme ist die Chance zur Erkennung des Schimmelpilzes relativ hoch: Die gelblichen bis grün-blauen pilzartigen Geflechte sind mit bloßem Auge meist sichtbar. Allerdings sollte man die Verflechtung des Schimmelpilzes nicht unterschätzen. In den befallenen Nahrungsmitteln verzweigen sich die Geflechte relativ schnell, bei flüssigen Nahrungsmitteln meist schneller als bei den festen. Deshalb sollte man beispielsweise beim Schimmelbefall der Brotkruste nicht nur die verschimmelte Stelle entfernen, sondern großzügig einen Teil des Brotes oder das ganze Brot wegwerfen. Schimmelbefallene Flüssigkeiten sollten gänzlich weggeschüttet werden. Im Gegensatz zum „bösartigen“ Schimmel auf Nahrungsmitteln existieren auch harmlose Varianten, z. B. beim schimmelgereiften Käse. Der Verzehr von derartigen Nahrungsmitteln ist im gesunden Maße absolut unbedenklich.

Beim Einatmen der Schimmelsporen ist die Erkennung der Gefahr nicht augenscheinlich. Zwar sind Schimmelpilze keineswegs geruchsneutral, sondern zeichnen sich durch einen unangenehmen, „moderigen“ Geruch aus. Durch die Vermischung der Gerüche in den Innenräumen wird die Erkennung des Schimmelpilzbefalls aber äußerst erschwert, vor allem wenn dem Betroffenen der Geruch des Schimmelpilzes noch fremd ist.

 

Hat sich der Schimmelpilz erst einmal in den menschlichen Organismus eingenistet, kann eine bleibende Schädigung der Stoffwechselorgane nicht ausgeschlossen werden. Die entsprechenden medizinischen Behandlungen sind meist langwierig und beziehen sich lediglich auf die Symptome der Erkrankung: Verdauungsstörungen, Atembeschwerden u. ä. werden durch die Verabreichung von Medikamenten behandelt. Die Ursache der Erkrankung, nämlich der Befall des Organismus durch Schimmelpilze, kann nicht mehr revidiert werden. Pilze allgemein können aufgrund ihrer komplexen Verflechtung nur begrenzt bekämpft werden.

Aus diesem Grund sind vorbeugende Maßnahmen im Rahmen der gesunden Wohnverhältnisse von äußerst wichtiger Bedeutung. Besonders bei Allergikern empfiehlt sich eine generelle Überprüfung möglicher Gefahrenquellen im Wohn- und Arbeitsraum. Hierbei sollten vor allem die Bereiche mit erhöhter Konzentration der Luftfeuchtigkeit bzw. Lufttemperatur untersucht werden. Ausgesprochen optimalen Nährboden für Schimmelpilze bieten z. B. Klimaanlagen oder undichte Wasserleitungen. Zur dauerhaften Entfernung des Schimmels sollte fachmännische Kompetenz herangezogen werden. Die Sanierung der Räumlichkeiten muss im Zusammenhang mit der Ursache des Schimmelbefalls erfolgen. Nur so kann nachhaltig ein „schimmelfreies“ Wohnen erreicht werden.

 


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14.02.2010