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Medikamenteneinnahme

Die richtige Medikamenteneinnahme

Jeder Deutsche schluckt durchschnittlich 250 Tabletten und andere Medikamente pro Jahr. Laut ärztlicher Verordnung sollen Tabletten, meist mit einem Glas Wasser zu sich genommen werden.
Doch nicht jeder hält sich an diese Regelung. Oft kommt es vor, dass Tabletten mit Cola, Kaffee oder gar einem Grapefruitsaft heruntergeschluckt werden. Vielen ist dabei aber nicht bewusst, dass fast alle Medikamente mit den zu sich genommenen Getränken oder anderen Nahrungsmitteln in Wechselwirkung treten können. Hauptsächlich zeigen sich negative Beeinflussungen in Form von enormer Verstärkung oder Dämpfung der Wirkung des Medikaments. Doch gerade hier sollte man größte Vorsicht walten lassen, denn zirka reagieren 300 Arzneiwirkstoffe mit Lebensmitteln aller Art und nur 25 Prozent der Medikamente werden ordnungsgemäß eingenommen.

Arzneimittel, ob flüssig oder in Tablettenform, nehmen immer den gleichen Weg wie Nahrungsmittel. Über den Magen gelangen sie in den Dünndarm und von dort aus werden die Wirkstoffe über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf aufgenommen.
Die Endprodukte werden durch den Stoffwechsel abgebaut und über Niere und Darm ausgeschieden. Trinken wir zu wenig oder fallen zu viele Abbaustoffe an, können sie auch im Körper abgelagert werden.
Werden die Arzneimittel dann zum Beispiel mit Grapefruitsaft eingenommen, kann die Wirkung mancher Präparate um bis zu 70 Prozent ansteigen. So ist beispielsweise bewiesen, dass Kopfschmerzmittel in Kombination mit Pampelmusensaft Herzrasen, in Kombination mit Schlafmitteln zu Symptomen eines Vollrausches führen kann. Außerdem kann in Kombination mit Antiallergenen Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden.
Ein großes Tabu ist Alkohol. Wer Medikamente egal welcher Art mit Alkohol zu sich nimmt, begibt sich in Lebensgefahr! Eingenommen mit Schmerzmitteln kann Magenbluten ausgelöst werden. Kaliumsalze und Eisenpräparate reizen in Verbindung mit Alkohol den Magen und Darm. Egal ob Bier, Schnaps oder Wein, jede Art von Alkohol dämpft das zentrale Nervensystem und ermöglicht damit eine potenzierte Wirkung des Medikamentes. Doch nicht nur Alkohol, sondern auch Kaffee, Tee und Cola können auf Schmerzmittel wie ein Doping wirken. Denn viele Schmerzmittel enthalten selbst Koffein.
Koffein vermindert außerdem die Wirkung von Schlafmitteln und verstärkt die Wirkung von Theophyllin, das häufig in der Asthmatherapie verwendet wird.
Wer homöopathisch behandelt wird, muss gänzlich auf Kaffee verzichten. Denn nach Meinungen der Naturheilkundler vermindert Koffein die Wirkung um ein Vielfaches.

 

Leitungswasser

Gutes Leitungswasser

gefiltert, ist die beste Zufuhr von Flüssigkeit.

Aber nicht nur Flüssigkeiten reagieren mit den Medikamenten. Auch feste Nahrungsmittel treten mit Arzneien in Wechselwirkung. So treten zum Beispiel Spinat, Spargel und anderes Vitamin K reiches Gemüse, als Gegenspieler zu gerinnungshemmenden Medikamenten auf.
Ein Vollkornmüsli kann die Resorption eines Medikamentes verzögern.
Bei längerer Lagerung von Käse, Wein, Salami, Bier oder andere tyraminhaltige Lebensmitteln, kann die Aminosäure Tyramin freigesetzt werden, die dann in Verbindung mit MAO-Hemmern zu Bluthochdruck bis hin zu Gehirnblutungen führen können.
Zum Schluss sollte noch auf die korrekte Einnahmezeit geachtet werden.
Wie vom Beipackzettel des Medikaments verschrieben, sollte Medikamente bei Einnahme vor dem Essen, ca. 1 Stunde davor, bei Einnahme nach dem Essen, ca. 1 Stunde danach eingenommen werden. Wird eine Einnahme während dem Essen empfohlen, muss die Arznei innerhalb von 5 Minuten nach der Mahlzeit geschluckt werden.

 


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14.02.2010