MCS

Multiple chemische Sensibilität

Die multiple chemische Sensibilität, abgekürzt MCS, ist eine chronische Gesundheitsstörung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Betroffenen auf eine Vielzahl von Chemikalien mit Symptomen in mehreren Organsystemen gleichzeitig reagieren, während dieselben Umweltfaktoren auf andere Menschen keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen haben.

Die MCS Multiple chemische Sensibilität (medizinisch korrekt: Multiple-Chemical-Sensitivity) wurde 1948 von dem Allergologen Theron Randolph als eigenständige Erkrankung postuliert, was aber bis heute umstritten ist. Die Diagnostik ist schwer, weil die Symptome der MCS so vielfältig sind und bekannte Krankheiten ausgeschlossen werden müssen, die ebenfalls als Ursache infrage kommen könnten. Neben einer erblichen Komponente, etwa einer Fehlfunktion der Entgiftungsenzyme, werden auch psychische Ursachen diskutiert. Da aber Studien vorliegen, dass eine reine Psychotherapie bei den Betroffenen keine Besserung der Beschwerden erreicht, sind psychische Gründe als alleinige Ursache auszuschließen. Als Begleitmaßnahme einer Behandlung der MCS Multiplen chemischen Sensibilität kann eine Psychotherapie allerdings hilfreich sein, zumal die Patienten erheblichem Leidensdruck durch das Unverständnis ihrer Umwelt ausgesetzt sind, die sie als hysterisch oder psychisch krank abstempelt.

Das Auftreten bestimmter Symptome erlaubt noch keine Diagnose auf MCS. Es muss ein Zusammenhang zwischen dem Kontakt mit Chemikalien und dem ersten Auftreten der Erkrankung nachweisbar sein.
Die Liste der Symptome der Multiplen chemischen Sensibilität ist lang. Allgemein liegt bei der MCS eine Überempfindlichkeit gegenüber Chemikalien und Gerüchen vor, und die meisten Patienten klagen über Leistungsabfall, Müdigkeit und Schlafstörungen.
Außer diesen allgemeinen Symptomen gibt es dann aber noch eine Vielzahl von Gesundheitsstörungen, die bei jedem Patienten anders aussehen können.
Einige Betroffene leiden unter Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen, Schwindelgefühlen und Zuständen geistiger Verwirrtheit. Andere berichten von Muskelschwäche oder Schmerzen in Muskeln und Gelenken. Hauterkrankungen kommen ebenfalls häufig vor, und oft bestehen Schwierigkeiten mit dem Herz-Kreislauf-System und dem Verdauungsapparat. Auch eine reizbare Verfassung, so wie depressive Zustände können Symptome einer MCS sein.
Die MCS Patienten greifen häufig zu Schmerzmitteln und müssen sich oft und lange krankschreiben lassen. Ihre ganze Lebensqualität ist durch die Chemikalien-Unverträglichkeit stark eingeschränkt.

Zur Behandlung der MCS Multiplen chemischen Sensibilität werden verschiedene Therapien kombiniert. Das Wichtigste ist eine Umgebung, die möglichst frei von Chemikalien ist. Die Betroffenen sollten nicht in Berufen arbeiten, bei der sie unweigerlich mit diesen Stoffen in Berührung kommen, wie etwa in Laboren, Druckereien oder Lackierereien. Aber auch in Haushaltsreinigern, Kleidungsstücken und Kosmetikartikeln können krankmachende Chemikalien enthalten sein. Die Lösung ist eine Umorientierung auf dermatologische Kosmetik wie z.B. dermaviduals, umweltfreundliche Reinigungsmittel und schadstoffgeprüfte Kleidung. Da auch in der Nahrung unverträgliche Stoffe enthalten sein können, kann eine Durchführung eines Lebensmittel-Allergietests eventuell hilfreich sein. Eine Ernährungsumstellung mit schadstofffreien Produkten aus dem Bioladen kann hilfreich sein, wobei auch gezielt bestimmte Nahrungsergänzungsstoffe gegeben werden können.


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