Mäusedorn

Mäusedorn - Wirkungsweise und Anwendungsgebiete

Der Stechende Mäusedorn ( lat.: Ruscus aculeatus) gehört zur Familie der Spargelgewächse. Tatsächlich wurden die jungen Schosse des Mäusedorns früher als Ersatz für Spargel verzehrt. Seinen Namen verdankt der Mäusedorn der Tatsache, dass viele Metzger die Zweige dieses Gewächses früher zu Büscheln banden und damit die Mäuse von ihren Fleischwaren fern hielten.
Beim Mäusedorn handelt es sich um einen immergrünen Halbstrauch, der eine Höhe von 1 m erreichen kann. Während die leuchtend roten Beeren des Mäusedorns gerne für Blumenarrangements verwendet werden, interessiert man sich in der Heilkunde vor allem für die Wurzelstöcke der Pflanzen, aus dem man Extrakte herstellen kann, die eine Wasser treibende Wirkung besitzen und vor allem bei Venenleiden mit Erfolg angewendet werden.

Wirkungsweise des Mäusedorns

Nachdem man die Heilkräfte des Mäusedorns bereits in der Antike und im Mittelalter erkannt hatte und auch nutzte, geriet die Pflanze bis in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Vergessenheit. Dabei verfügt der Mäusedorn über Stoffe, die eine positive gesundheitliche Wirkung auf die Gefäße ausüben.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Mäusedornwurzelstocks sind Ruscin und Ruscosid, die nach der Hydrolyse ein Gemisch bilden, das ähnliche Wirkungen hervorbringt wie die Rosskastanie: Es wirkt tonisierend auf die Venen, verbessert den Lymphtransport und besitzt entzündungshemmende Eigenschaften. Das venöse Stützgewebe wird gestärkt, da Mäusedorn den Abbau von Elastin stoppen bzw. reduzieren kann.
Viele Patienten vertragen Mäusedorn besser als die bei Venenleiden ebenfalls hilfreichen Produkte der Rosskastanie.

Anwendungsgebiete des Mäusedorns

Der Mäusedorn mit seiner gefäßabdichtenden und Venen zusammenziehenden Wirkung hat seinen Platz in der unterstützenden Behandlung der venösen Insuffizienz, die sich unter anderem in Krampfadern, schmerzenden und geschwollenen Beinen, Juckreiz und Wadenkrämpfen in der Nacht äußert. In der warmen Jahreszeit verschlimmern sich diese Beschwerden erfahrungsgemäß. Da es einige Zeit dauert, bis die heilende Wirkung des Mäusedorns einsetzt, beginnt eine Behandlung mit Mäusedornextrakt sinnvollerweise bereits einige Wochen vorher.
Auch bei Hämorrhoiden wird Mäusedornextrakt mit Erfolg angewandt, um die Beschwerden zu lindern.

Darreichungsformen des Mäusedorns

Mäusedorn wird im Gegensatz zu vielen anderen Heilpflanzen normalerweise nicht als Tee angeboten. Üblich ist die Verwendung von Fertigarzneimitteln mit dem Extrakt des Mäusedornwurzelstocks. Mäusedorn ist sowohl in innerlich als auch äußerlich anzuwendenden Mitteln gegen Venenleiden enthalten. Zur unterstützenden Behandlung von Hämorrhoiden werden die isolierten Ruscogenine in Form von Zäpfchen und Salben verordnet.
Für die Kosmetik steht nun ein Mäusedorn-Serum zur Stabilisierung der oberflächennahen Gefäße zur Verfügung.

Auch wenn Mäusedorn im Allgemeinen gut verträglich ist, so kann es doch gelegentlich zu unliebsamen Nebenwirkungen wie Durchfall oder Magen-Darm-Beschwerden kommen. Bei äußerlicher Anwendung in Form von Salben werden in seltenen Fällen auch allergische Reaktionen beobachtet.
Vor allem schwangere und stillende Frauen sollten Mäusedorn nicht ohne ärztlichen Rat anwenden.



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