Krampfadern
Erweiterte Venen
Krampfadern (medizinisch: Varizen) sind erweiterte Venen, die sich knotenförmig und oft geschlängelt an der Hautoberfläche deutlich sichtbar abzeichnen. Schätzungsweise jeder dritte Deutsche ist von einem mehr oder minder ausgeprägten Krampfaderleiden (Varikose) betroffen. Krampfadern sind kein bloß ästhetisches Problem, sondern bedürfen ärztlicher Untersuchung. Liegen Krampfadern vor, ist der Bluttransport von den Beinen zum Herzen behindert, das Blut fließt allgemein langsamer, kann die oberflächlichen Venen verstopfen und Blutgerinnsel (Thrombosen) oder Venenentzündungen hervorrufen. Zusätzlich können Beschwerden und Schwellungen im Fuß- und Beinbereich auftreten, auch die Haut kann Schaden nehmen.
Im Prinzip kann sich jede Vene zu einer Krampfader entwickeln, allerdings sind die oberflächlichen Venen der Beine am häufigsten betroffen.
Was sind Venen?
Venen gehören wie die Arterien und Kapillaren zu den Blutgefäßen. Während die Arterien sauerstoffreiches Blut vom Herzen in die anderen Organe des Körpers transportieren und die feinen Kapillaren dabei für den Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen zwischen Blut und Gewebe sorgen, ist es die Aufgabe der Venen das sauerstoffarme Blut wieder zurück zum Herzen zu transportieren. Da das sauerstoffarme Blut unter niedrigem Druck zum Herzen zurück fließt, haben Venen vergleichsweise dünne Wände. Ventilartige Venenklappen sorgen dafür, dass das Blut gegen die Schwerkraft zum Herzen strömen kann.
Wie wird aus einer Vene eine Krampfader?
Die Venen werden zu Krampfadern, wenn sie sich aufgrund von Blutstauungen erweitern. Meist liegt das an einer Fehlfunktion der Venenklappen, die zu einer Umkehrung der Strömungsrichtung des Blutes führt. Die Ursache liegt in einer vererbten oder erworbenen Bindegewebsschwäche, oft in Kombination mit mangelnder Bewegung und langem Stehen und Sitzen. Man spricht hier auch von primären Krampfadern, zu denen übrigens auch die sogenannten Besenreiser gehören. Besenreiser sind an sich ungefährlich, können aber erste Anzeichen einer Erkrankung des tieferen Venensystems sein.
Von sekundärer Varikosos spricht man, wenn sich Krampfadern durch Abflussbehinderung im tiefen Venensystem ausbilden. Ursache können Thrombosen, manchmal auch unentdeckte Tumore sein.
Symptome und Folgen von Krampaderleiden
Erste Anzeichen eines Krampfaderleidens können diffuse Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen sein. Auch Schwellungen, nächtliche Wadenkrämpfe und Juckreiz an den Beinen treten auf. Im fortgeschrittenen Stadium zeichenen sich die verdickten Venen deutlich durch die Haut ab, es können Ödeme (Wassereinlagerungen im Gewebe) und Hautverfärbungen entstehen. Wird ein Krampaderleiden nicht behandelt, kommt es zur Entzündung der oberflächlichen Venen und zu “offenen Beinen” (Ulcrus cruris varicosum).
Prävention und Therapie
Alles, was die Muskelpumpe, also die Unterstützung des Blutkreislaufes durch Muskelbewegung, anregt, kann einem Krampfaderleiden vorbeugen. Dazu zählen insbesondere Schwimmen, Radfahren, Treppensteigen und zügiges Spazierengehen. Auch kalte Beingüsse und öfteres Hochlagern der Beine können die Venen unterstützen. Risiokofaktoren wie langes Stehen und Sitzen, Rauchen, starkes Übergewicht und lange Saunaaufenthalte sollten dagegen unbedingt vermieden werden.
Bei vorliegender Venenschwäche kann das Tragen von Stützstrümpfen und die oberflächliche Anwendung von Venensalben mit Extrakten aus Mäusedorn, Rosskastaniene, rotem Weinlaub, Rosmarin, Salbei und Tanninen helfen.
Besteht der Verdacht auf ein Krampfaderleiden, muss das gesamte Venensystem mit einer speziellen Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung auf seine Funktionsfähigkeit geprüft werden. Oberflächliche und dünnere Krampfadern wie Besenreiser lassen sich leicht veröden. Stärker entwickelte Krampfadern können mittels verschiedener Operationsverfahren behandelt werden, bei denen die gesamte Krampfader entfernt oder abgebunden wird.