Fruchtzucker

Fruchtzucker - Fruktose

Obstverzehr

Zucker ist nicht gleich Zucker. Viele Menschen meinen, dass sie sich und ihrer Gesundheit etwas Gutes tun, wenn sie statt Haushaltszucker Fruchtzucker verwenden. Fruchtzucker hört sich so gesund an, ist es aber nicht, zumindest nicht der industriell hergestellte.
Fruchtzucker oder Fructose ist ein Monosaccharid, also ein Einfachzucker, und gehört zur Gruppe der Kohlenhydrate. Der Körper benötigt Fruchtzucker für den Stoffwechsel, als Energielieferant und als Zellbaustein. In der Natur kommt Fruchtzucker in Obst und Honig vor. Industriell hergestellter Fruchtzucker wird dagegen aus Mais gewonnen.

 

Da der Körper Fructose schneller in Körperfett umwandeln kann als Glukose, fördert der Verzehr von Fruchtzucker die Entstehung von Übergewicht. Fruchtzucker stimuliert die Fettsynthese, sodass der Körper die in der Nahrung enthaltenen Fette noch besser einlagern kann.
Besonders nachteilig an Fruchtzucker ist, dass er kein Sättigungsgefühl im Körper auslöst. Anders beim Haushaltszucker; hier beeinflusst die Insulinausschüttung bestimmte Hormone wie Leptin, die dem Gehirn mitteilen, dass man satt ist. Wer abnehmen will, sollte deshalb nicht dem Trugschluss erliegen, dass ihm das mit Fruchtzucker leichter gelingt als mit Haushaltszucker. Vor allem die vielen Light-Produkte sollte man kritisch prüfen, da sie meistens über einen besonders hohen Anteil von Fruchtzucker verfügen. Aber auch immer mehr Lebensmittel, die früher nur mit Haushaltszucker gesüßt wurden, bekommen heute Fruchtzucker beigemischt.

Wer große Mengen von Fruchtzucker zu sich nimmt, riskiert darüber hinaus einen erhöhten Cholesterinspiegel. Vor allem bei Männern konnte eine Erhöhung der Blutfettwerte nachgewiesen werden, was ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen bedeutet. Auch erhöhte Harnsäurewerte wurden gemessen, was langfristig unter anderem zu Gicht führen kann.

In geringen Mengen ist Fruchtzucker zum Süßen von Diabetikerprodukten geeignet, da die Insulinausschüttung geringer ausfällt als bei Haushaltszucker und der Blutzuckerspiegel viel langsamer und auch weniger stark ansteigt.
Ein übermäßiger Verzehr von Fruchtzucker ist aber sowohl für Diabetiker als auch für gesunde Menschen nicht empfehlenswert.
Obst darf man aber weiterhin unbedenklich zu sich nehmen. Denn Obst enthält nur wenig Fruchtzucker, ganz im Gegensatz zu Lebensmitteln, die mit industriell hergestelltem Fruchtzucker gesüßt werden.

Fruktoseintoleranz

Etwa ein Drittel der Bevölkerung hat eine mehr oder weniger stark ausgebildete Fruktoseintoleranz. Da der Fruchtzucker vom Darm nicht vollständig resorbiert werden kann, steigt die Anzahl der Bakterien im Darm. Das kann zu Durchfall führen, aber auch zu Gereiztheit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und sogar Depressionen. Oft werden die Zusammenhänge zwischen diesen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und dem Verzehr von Fruchtzucker nicht erkannt, da man mit Fruchtzucker automatisch etwas Gesundes assoziiert. Ein einfacher Atemtest beim Arzt kann Aufschluss darüber geben, ob eine Fruchtzuckerunverträglichkeit vorliegt.