Faltenbildung
Der Einfluss von Zucker auf die Faltenbildung
Angeborene Hauterkrankungen gehen häufig mit einer extremen Faltenbildung einher.
Das Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik hat es nun wissenschaftlich bestätigt: Ein Mangel an Zucker kann die Ursache für diese starke Faltenbildung sein. Dabei handelt es sich um eine Funktionsstörung im Körper, bei der Zuckermoleküle nicht oder nur unzureichend in Proteine eingebaut werden. Dies ist bei manchen Erkrankungen der Haut der Fall.
Ursache ist eine Mutation, die letztendlich die Alterung der Haut fördert. Diese Fehlfunktionen im Einbau von Zuckermolekülen in die Körperzelle, auch Glykolisierungsstörungen genannt, beeinträchtigen nicht nur Funktionen der Haut, sondern ebenso diejenigen des Immunsystems und des Blutplasmas. Dies wurde jetzt molekulargenetisch nachgewiesen. Ein bestimmtes Protein im Golgi-Apparat der Zelle ist für die Störung der ph-Wert Regulation verantwortlich. Der Golgi-Apparat steuert die Umwandlung, Aufnahme, Speicherung und Konzentration von Zellstoffen. Eine wichtige Aufgabe ist dabei die Regulierung des ph-Wertes. Transportiert der Golgi-Apparat Protonen zu langsam, zu schnell oder unvollständig, ändert sich der Säuregehalt in der Zelle. Funktionsveränderungen sind die Folge, die sich auf den ganzen Körper auswirken können.
Die Untersuchung wurde an Kleinkindern und Säuglingen vorgenommen, die eine genetische Hauterkrankung haben und starke Faltenbildungen in der Haut, insbesondere im Gesicht, aufwiesen. Nachgewiesen werden konnte, dass bei den Patienten die Zuckeraufnahme der Proteine gestört war. Ursache war ein mutiertes Gen, das für die Codierung des Golgi-Apparates zuständig ist. Dieses übermittelt falsche Werte an die Zelle und sorgt somit für eine gestörte Zuckeraufnahme.
Die Frage, ob die Verwertung von Zucker in der Körperzelle auch Einfluss auf die natürliche, altersbedingte Faltenbildung hat, ist offen. Auch wenn viele Kosmetikfirmen mit Produkten für eine Faltenreduktion werben, so steht der wissenschaftliche Beweis dafür immer noch aus.
Allerdings kommt man bei altersbedingten Falten immer mehr zu dem Schluss, dass ein Übermaß an Zucker eher schädlich ist. Eine internationale Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik hat zum Ergebnis, dass Menschen, die viel Zucker und viele tierische Eiweiße und Fette zu sich nehmen, eindeutig mehr Falten haben als Vegetarier oder Personen, die sich überwiegend von Gemüse, Obst und Fisch ernähren. Eine Ursache sehen die Wissenschaftler darin, dass tierische Lebensmittel eine höhere Aufnahme von Vitaminen und Mineralien erfordern, die dem Körper ansonsten fehlen. Genannt wurden in dem Zusammenhang insbesondere Zink, Eisen, Phosphor, Kalzium und Vitamin C.
Viele Ernährungswissenschaftler sind der Auffassung, dass Zucker Fasern des Bindegewebes verkleben kann und so zu Hautalterung und Falten führt. Sie weisen deshalb auf den Glyx-Wert von Lebensmitteln hin. Der so genannte glykämische Index für Lebensmittel beschreibt nämlich die Schnelligkeit, mit der Zucker durch den Darm ins Blut transportiert wird. Lebensmittel mit einem niedrigen Glyx-Wert sind demnach besonders gesund und beugen der Hautalterung und Faltenbildung vor. Bestimmte Lebensmittel wie Obst und Gemüse oder Avocados beispielsweise gelten als Gesundbrunnen für Haut und Körper.
Defekte Glykoproteinbildung verursacht auffällige genetische Hautveränderungen