Flaumhaar
Flaumhaare sind ganz kurze, dünne und zarte Haare, die man mit wenigen Ausnahmen am ganzen Körper findet. Anders als die Terminalhaare (lang wachsende Kopfhaare, Barthaare, Achselhaare, Nasen- und Ohrenhaare, Augenbrauen, Wimpern und Schamhaare) enthalten die Flaumhaare kein Haarmark (innere Gewebesubstanz des Haares, auch: Medulla) und sind auch nicht pigmentiert.
Es gibt allerdings einige Körperstellen, die völlig frei von jeglicher Behaarung sind – also sowohl frei von Terminalhaaren und Zwischenhaaren, als auch von Flaumhaaren. Frei von jeglichen Haartypen sind alle Schleimhäute, die Lippen, die Hand- und die Fußflächen.
Bei Frühchen ist noch die gesamte Körperoberfläche von Lanugohaaren bedeckt, wie es auch bei Affenföten üblich ist. Diese Vorläufer der späteren Flaumhaare, die zwischen der 13. und 16. Schwangerschaftswoche entstehen, dienen dem Schutz der Haut des Embryos, da die zu den Haaren gehörige Talgdrüse die sogenannte Käseschmiere produziert, die die Haut vor dem Aufweichen im Fruchtwasser schützt. Je weniger von dieser Lanugobehaarung das Neugeborene aufweist, desto weiter ist es in seiner Entwicklung, denn gegen Ende der Schwangerschaft wird die Lanugobehaarung abgestoßen. Kinder, die noch mit Lanugohaaren geboren werden, verlieren sie kurz nach der Geburt.
Im Verlauf der weiteren Entwicklung treten dann die Stelle der Lanugohaare die Flaumhaare, aus denen sich an bestimmten Körperstellen die Terminalhaare bilden, die über Haarmark und eine Pigmentierung verfügen und im Gegensatz zu den Flaumhaaren kräftig und lang wachsen können.
In Einzelfällen kann es auch zu einer erneuten Bildung der embryonalen Lanugobehaarung kommen – nämlich bei Menschen, die ein sehr niedriges Körpergewicht aufweisen, wie es etwa bei einer Magersucht der Fall sein kann.