Säure-Basen

Hautprobleme durch Übersäuerung

Der Säure-Basen-Haushalt ist einer der wichtigsten physiologischen Mechanismen des menschlichen Organismus. Er spielt nicht nur für unsere Gesundheit eine wichtige Rolle, sondern stellt auch den Schlüssel zu schöner Ausstrahlung und innerem Wohlbefinden dar. Eine gesunde, strahlende Haut und ein straffes Bindegewebe hängen ursächlich mit der richtigen Säure-Basen-Balance zusammen. Umgekehrt können hartnäckige Hautprobleme Hinweise auf einen übersäuerten Organismus sein. Denn die Haut leidet mehrfach unter der Säurebelastung.


Der Säure-Basen-Haushalt

Über verschiedene Stoffwechselprozesse sorgt der Säure-Basen-Haushalt für das richtige Verhältnis von Säuren und Basen in den einzelnen Körperbereichen. Basen bilden dabei die Gegenspieler der Säuren und können sie neutralisieren. Diese Beziehung ist für den menschlichen Organismus von höchster Bedeutung. Denn es gibt zwar Stoffwechselvorgänge wie die Eiweißaufspaltung im Magen, die nur im stark sauren Bereich funktionieren, die meisten anderen Lebensprozesse laufen dagegen im basischen oder nur schwach sauren Milieu ab. In einem gesunden Organismus wird die Säure-Basen-Balance deshalb mittels verschiedener Puffermechanismen aufrecht erhalten, die basische Stoffe produzieren, um einzeln auftretende übersäuerte Verhältnisse auszugleichen.
Doch in den Industrienationen sind gravierende Übersäuerungserscheinungen an der Tagesordnung. Unausgewogenes fettes und fleischreiches Essen liefert zu viele Säuren und selbst Gemüse und Obst verlieren durch Überdüngung und den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel immer mehr an Vitamin- und Mineralstoffgehalt. Mangelnde Bewegung, Stress und Umweltgifte tun ihr Übriges, um die Säure-Basen-Balance des modernen Menschen gehörig aus dem Gleichgewicht zu bringen.


Dies ist ein rein säureproduzierendes Essen.

Die Haut leidet mehrfach unter der Säurebelastung

Eine Übersäuerung greift den ganzen Organismus an. Eines unserer Organe reagiert aber besonders empfindlich und ihm sieht man einen gestörten Säure-Basen-Haushalt oft zuerst an: unsere Haut. Sie spiegelt unsere Befindlichkeit und reagiert wie ein Sensor auf Belastungen von außen und innen. Vor allem aber bildet sie unsere Grenze zur Außenwelt und schützt den Organismus vorm Eindringen von Bakterien, Viren und Pilzen.
Dieser Barrierefunktion kann die Haut dank ihres Säureschutzmantels nachkommen, der sie wie ein unsichtbarer Film überzieht und eine ganze Heerschar hilfreicher Mikroorganismen - unsere Hautflora - beherbergt. Dieser Schutzmantel entsteht durch permanente leichte Säureausscheidung über die circa 2 Millionen Schweißdrüsen der Haut.
Ist der Körper durch Übersäuerung angegriffen, wird auch über den Schweiß erheblich mehr Säure ausgeschieden. Dieser stark saure Schweiß greift die Hautflora an und lässt sie teilweise absterben. Die Haut wird anfällig für Infektionen, eitrige Entzündungen, Pilzbefall und Ekzeme.
Auch von innen her machen die überschüssigen Säuren der Haut zu schaffen. Bei akuter Säurebelastung deponiert der Körper nämlich saure Schlacken im Körpergewebe. Dort behindern sie den Transport von Nährstoffen und Sauerstoff. Das führt zu Durchblutungsstörungen und einer Unterversorgung der Haut. Sie verliert ihre Frische, beginnt fahl und grau auszusehen.
Durch die eingelagerten sauren Schlacken verliert auch das Bindegewebe an Elastizität, Hauterschlaffung und Cellulite können sich einstellen.
Da das Immunsystem eines übersäuerten Organismus zu überschießenden Reaktionen neigt, steigt das Risiko von Hautallergien und Entzündungserkrankungen.
Besonders gravierend für den ganzen Organismus ist schließlich der Einfluss der Übersäuerung auf die Lebensdauer von Körperzellen. Diese altern unter sauren Bedingungen nämlich nachweislich schneller. An der Haut macht sich diese vorzeitige Alterung zuallererst durch frühe Faltenbildung bemerkbar.


Wege aus der Übersäuerung

Mit einer konsequenten Entsäuerung erweist man also nicht nur der Gesundheit einen großen Dienst, man tut auch etwas für seine Ausstrahlung und Schönheit.
Da uns Basen vor allem über die Ernährung zugeführt werden, muss hier zuerst einsetzen, wer sein gesundes Säure-Basen-Gleichgewicht zurückgewinnen will. Der tägliche Speiseplan sollte mindestens zwei bis drei Viertel basische Lebensmittel beinhalten, circa ein Viertel aus neutralem Bereich und nur ein Minimum Säure zuführender Lebensmittel.
Fleisch, Wurst, Fisch, Kuhmilch, Käse, Eier, Zucker, Schokolade, Weißmehlprodukte, gehärtete Fette und Öle, Kaffee und Schwarztee, sowie Alkohol wirken sauer oder Säure bildend im Körper. Der Konsum dieser Nahrungsmittel sollte drastisch reduziert werden.
Vollkorngetreide, Weizenkeime, Hirse, Butter und Sahne reagieren dagegen neutral, versorgen den Körper also gleichermaßen mit Säuren und Basen.
Basen werden dem Körper schließlich über alle Arten von Gemüse, Obst, Kartoffeln, Tofu, Sojasprossen, Pilze, Kräuter, Mandeln und Rosinen zugeführt.
Meist ist bei einer Übersäuerung eine zusätzliche Versorgung mit basischen Mineralien ratsam. Solche Basenpräparate in Form von Pulvern oder Tabletten können auch im bereits stark übersäuerten Organismus die Versorgung mit den wichtigsten Mineralien wie Calcium, Magnesium, Kalium und Phosphor gewährleisten.
Zu empfehlen ist drei Wochen Basenfasten.


Basische Nahrungsmittel Säurende Nahrungsmittel
Bananen, Kirschen, Äpfel alle Süssigkeiten!!
Hafer, Gerste, Hirse Fleisch, Wurst, Fisch
Broccoli, Karotten, Spinat, Fenchel, Salate alle fertigen Teigwaren
Kräuter Spargel, Rosenkohl, Artischocken
Kartoffeln Kaffee
Kichererbsen, Linsen Butter, Sahne, Käse
Diese Tabelle soll nur einen kleinen Eindruck geben.  

Bewegung und Pflege

Regelmäßige und maßvolle körperliche Bewegung fördert die Durchblutung und Verdauungstätigkeit und intensiviert damit die Ausscheidung saurer Abfallprodukte. So kann der Großteil der Säuren über die Verdauungsorgane ausgeschieden werden, ohne erst die Haut zu belasten. Auch garantiert die verbesserte Nährstoffverwertung im Verdauungstrakt die Versorgung der Hautzellen mit Nähr- und Sauerstoffen.
Doch auch die Säureausscheidung über die Haut ist wichtig und sollte nicht unterdrückt werden. Unterstützen kann man sie durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von Kräutertees und stillen Mineralwässern und Saunabesuche.
Mit einer Kombination aus basenreicher Ernährung, zusätzlicher Basenzufuhr, maßvoller Bewegung und der passenden Hautpflege kann sich schließlich die gesunde Säure-Basen-Balance wieder einstellen, und das innere und äußere Wohlbefinden zurückkehren.




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11.05.2012


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