Pilates
Pilates
Auf den Erkenntnissen von Joseph Pilates beruhend , der aufgrund seins schwächlichen und kränklichen Körpers nach Möglichkeiten suchte, diesen zu stärken, entstand die Pilates-Methode (ehemals contrology), die gerade Ende des vergangenen Jahrhunderts einen neuen Boom erlebte, als Stars und Sternchen aus Hollywood die Pilates-Methode als das Werkzeug für einen sportlichen Körper entdeckten.
Die Pilates-Methode, die Übungen und Bewegungstechniken zahlreicher Sportarten und Sportaktivitäten subsummiert, beinhaltet ebenso kräftigende bzw. körperstabilisierende Übungen mit und ohne Sportgeräten wie auch die Beweglichkeit und Dehnfähigkeit fördernde Übungen. Auch die Koordination wird bei der Pilates-Methode mittrainiert, wobei dies eher als Randerscheinung zu betrachten ist. Es werden beim Pilates-Training im Sinne einer Haltungsschulung, insbesondere die tiefer liegenden (und schwächeren) Muskeln angesprochen. Da es keine bekannten Kontraindikationen gibt, ist Pilates eine für alle Alters- und Könnensstufen geeignete Trainingsmethode. Das Pilates-Training wird zur Kategorie „ganzheitliches Körpertraining“ hinzugezählt.
Ein wesentlicher Bestandteil des Pilates-Trainings ist neben der Kontrolle (contrology) die Konzentration, die für die Ausführung sämtlicher der fast 500 Übungen von Bedeutung ist. Das Training spricht also nicht nur die motorische Seite des Körpers an, sondern erreicht die kognitive Ebene und darüber hinaus spricht Pilates-Training auch die physiologische und die psychologische Ebene an. Unklar ist dagegen, wieso zahlreiche Autoren auf die Idee kommen, dass mit Pilates die Ausdauer verbessert werden kann. Die Anregung des Herz-Kreislauf-Systems allein reicht für keine der bekannten Ausdauerarten als Minimalreiz aus, um hier eine Verbesserung der Ausdauer zu erreichen. Dennoch hält sich diese Behauptung hartnäckig. Eine Erklärung dafür könnte der nicht fachlich korrekte Gebrauch des Begriffs Kondition sein, den viele mit Ausdauer gleichsetzen. Doch Kondition beinhaltet eben auch weitere motorische Aspekte und genau diese werden beim Pilates-Training angesprochen, nicht die Ausdauer.
Sämtliche Übungen im Pilates-Training beruhen auf der Kenntnis des Powerhouse, dem Kraftzentrum in der Körpermitte. Hierbei handelt es sich insbesondere um Muskeln rund um die Körpermitte, den Beckenboden und die Wirbelsäule, also die tiefer liegenden Stabilisatoren. Ob im Sitzen oder im Liegen auf der Pilates-Matte im Powerhouse wird die Energie während der ersten Entspannungsphase gesammelt, die dann vom Powerhouse in den Körper bis in die Extremitäten strömt. Dabei spielen die Beckenbodenmuskeln eine wichtige Rolle, so dass die Methode gerade auch in der Rückbildungs- und beckenbodengymnastik Eingang gefunden hat. Atmung und Konzentration unterstützen den fluss der Energie. Für alle Übungen gilt darüber hinaus Kontrolle und Präzision zu bewahren. Dabei ist der Bewegungsfluss aufrecht zu erhalten, Wahrnehmung und Vorstellung zu integrieren um somit zu einer harmonischen Durchführung zu gelangen.

